Strom aus erneuerbaren Energien

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(vom 25.10.2017)

Ministerium fördert „GreenPowerGrid“-Projekt

Staatssekretär Thomas Griese (3. v. l.) überreicht die Förderbescheide an Oberbürgermeister Hansjörg Eger (5. v. l.) und Vertreter von SWS, Fraunhofer-Institut und StoREgio

Wirtschaftlichkeit und Umweltbewusstsein sollen in einem Vorhaben kombiniert werden, das die Stadtwerke Speyer (SWS) in Kooperation mit dem Fraunhofer Institut für Techno- und Wirtschaftsmathematik (ITWM) und dem StoREgio Energiespeichersysteme e.V. angegangen sind. Die maximale Nutzung des lokalen Sonnenstrom-Potenzials soll dabei unter Nutzung von Speichermöglichkeiten und Windkraft zu einem regionalen Grünstromangebot kombiniert werden. Unter dem Titel „GreenPowerGrid“ ist das Pilotprojekt gestartet, das mit 1,1 Millionen Euro vom Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten unterstützt wird. Die Förderbescheide wurden am Dienstagabend im Historischen Rathaus in Speyer durch Staatssekretär Dr. Thomas Griese übergeben.

Bereits im Dezember vergangenen Jahres haben die Partner die Arbeit aufgenommen. SWS-Projektleiter Mathias Reinhart berichtet von einem Kundenangebot, das in einem ersten Schritt ausgearbeitet worden ist. Es wurden Betreiber- und Pachtmodelle analysiert und hochaufgelöste Erzeugungs- und Lastprofile generiert. „Alles wurde durch das Fraunhofer Institut in ein mathematisches Simulationsmodell überführt, auf dessen Basis entschieden wurde, dass das Direktbelieferungsmodell weiterverfolgt werden soll“, führt Reinhart aus. Erste Ergebnisse hätten gezeigt, dass das notwendige Photovoltaik-Potenzial vorhanden und wirtschaftliches Arbeiten möglich sei. Vorangetrieben werden soll die lokale Wertschöpfung durch das Projekt bei gleichzeitiger Stärkung der kommunalen Energieversorger. Parallel dazu kommt die Stadt Speyer den in den Klimaschutzleitlinien definierten Zielen im Zuge der CO2-Reduzierung wieder einen großen Schritt näher.

Mit dem „GreenPowerGrid“-Projekt wird innovative Informationstechnik mit lokaler Energiespeicherung zusammengeführt. Für Staatssekretär Griese ist das Vorhaben ein Vorzeigeprojekt. „Die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien ist dezentral und bedarf dezentraler Netzstrukturen“, stellt er bei der Übergabe der Förderbescheide heraus. Wichtig seien daher Ansätze im Bereich Eigenstromerzeugung und regionaler Grünstromvermarktung. Gerade Photovoltaikanlagen spielten eine wichtige Rolle beim Aufbau einer vollständig regenerativen Stromerzeugung, so Griese.

Sonnenenergie, aber auch Windkraft aus Anlagen, die die SWS im Umland der Stadt betreibt, sollen einen neuen Ökostromtarif speisen. Durch die Zwischenspeicherung in einem Batterie-System soll eine optimale Grundlastfähigkeit entstehen, die einen attraktiven Tarif auf Basis einer lokalen Grünstrombilanz möglich macht.

„Zurzeit warten wir auf eine juristische Stellungnahme, die wir in Auftrag gegeben haben“, lässt Reinhart wissen. Unter anderem werden dafür energierechtliche Rahmenbedingungen bezüglich der Abgaben- und Umlagenbelastung sowie die Fördermöglichkeiten der unterschiedlichen Energiemengen geprüft. Notwendig sei die Stellungnahme als Grundlage vor der ersten Pilotinstallation. Mehrere Anlagen sollen dann im Stadtgebiet installiert werden. Das Fraunhofer ITWM wird in gleichem Zuge das selbstentwickelte Energiemanagementsystem weiterentwickeln und plant die Integration der Anforderungen aus den Regularien zum intelligenten Messsystem, wie Reinhart betont.

Oberbürgermeister Hansjörg Eger lobte die Vorreiterrolle der Stadtwerke Speyer in Gemeinschaft mit den Kooperationspartnern. Im April dieses Jahres hatte der SWS-Aufsichtsrat - vorbehaltlich der Förderung - die Fortführung des Projektes beschlossen. In diesem Zuge sind die Stadtwerke Speyer gemeinsam mit StoREgio Energiespeichersysteme e.V. auch dem Verbundvorhaben „Designetz: Baukasten Energiewende - Von Einzellösungen zum effizienten System der Zukunft“ beigetreten und dadurch zu einem Teil der fünf deutschlandweiten Schaufensterregionen geworden.

Die Fördersumme zum Projekt stammt aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) sowie des Landes Rheinland-Pfalz.

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