Windpark Speyer-Hatzenbühl ist in Betrieb

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(vom 31.07.2017)

Von der Idee zum abgeschlossenen Projekt 

Der Windpark Speyer-Hatzenbühl ist in Betrieb: (v. l.) Lutz Gubernator, Geschäftsführer der WEAG Future Energies AG; Uwe Schwind, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Jockgrim; Hansjörg Eger, Oberbürgermeister der Stadt Speyer; Dietmar Seefeldt, Erster Kreisbeigeordneter des Landkreises Germersheim; Wolfgang Bühring, Geschäftsführer der Stadtwerke Speyer GmbH; Till Meßmer, Mitglied des Vorstandes der Volksbank Kur- und Rheinpfalz; Hans-Joachim Ritter, Vorsitzender der EnergieAgentur Speyer-Neustadt/Südpfalz; Paul Rohatyn, Erster Ortsbeigeordneter der Gemeinde Hatzenbühl

Fünf Jahre hat es gedauert, bis aus der Idee, einen Windpark zwischen Hatzenbühl und Herxheim zu erreichten, ein abgeschlossenes Projekt geworden ist. Mehreren Partnern – darunter die Stadtwerke Speyer – gelang gemeinsam, wovon alle Bürger profitieren sollen: Fast 30 Millionen Euro sind in fünf Anlagen mit einer jährlichen Solarstromernte von 30 Millionen Kilowattstunden investiert worden, die künftig 17.000 Tonnen Kohlendioxid einsparen helfen. Am Samstag, 29. Juli wurde der Windpark offiziell in Betrieb genommen.

Vertreter von Firmen, Politik und Wirtschaft sowie zahlreiche Bürger bezeugten durch ihre Anwesenheit großes Interesse an dem besonderen Projekt. Abgesehen von den SWS war die WEAG Future Energies AG samt der Fachfirma Enercon als umsetzendes Organ ins Boot geholt worden. Die Volksbank Kur- und Rheinpfalz sorgte für die notwendige Finanzierungshilfe.

Wirtschaftskraft bleibt in der Region

Mehr als 200 Verträge mit Grundstückseigentümern mussten geschlossen, zahlreiche behördliche Hürden genommen und langer Atem bewiesen werden. Das klang in den Grußworten der Beteiligten immer wieder an. Umso größer war der Stein, der allen angesichts des fertig gestellten Projekts vom Herzen fiel, welches sich imposant präsentierte. „Ab heute werden hier nicht nur Mohrrüben, Kartoffeln und Kohl geerntet, sondern auch Strom“, machte SWS-Geschäftsführer Wolfgang Bühring deutlich. Gemeinsam mit Oberbürgermeister Hansjörg Eger wies er auf die partnerschaftliche Zusammenarbeit hin, die das Gelingen des Windparks erst möglich gemacht habe. „Die Wirtschaftskraft bleibt in der Region für die Bürger hier“, machte Eger in dem Zusammenhang deutlich.

8600 Einfamilienhäuser können versorgt werden

Beeindruckende Zahlen wurden den Anwesenden vorgelegt. So erfuhren sie vom Ersten Beigeordneten der Gemeinde Hatzenbühl, Paul Rohatyn, dass 12,3 Prozent des Stroms in Deutschland bereits mit Windenergie erzeugt werden. „Unser Windpark deckt mehr als den Bedarf der Haushalte ab“, hob er hervor. 8600 Einfamilienhäuser könnten mit der jährlich eingespeisten Strommenge versorgt werden und das – so Rohatyn – „sauber, umweltschonend, wirtschaftlich und ungefährlich“. Für Uwe Schwind, Verbandsbürgermeister von Jockgrim, war der Windpark das komplexeste Verwaltungsverfahren seiner 16-jährigen Amtszeit. „Das Ergebnis lässt sich sehen und hat alle Mühe gelohnt“, stellte er fest und äußerte sich erfreut, als Kommune einen „klitzekleinen Beitrag“ zur Energiewende beitragen zu können. „Die Verbindung zwischen dem grünen Strom und den Bürgern ist unser Ziel und der Windpark ein Baustein dabei“, bestätigte Dietmar Seefeldt, Erster Beigeordneter des Landkreises Germersheim.

Als Bürger-Windpark konzipiert

Lutz Gubernator, Geschäftsführer der WEAG Future Energies AG, unterstrich: „Das Projekt war von Anfang an als Bürger-Windpark konzipiert.“ Auszahlen werde es sich unter anderem über eine Laufzeit von über 20 Jahren in einer Grundstückspacht von etwa 6,3 Millionen Euro, die – zum Großteil an Hatzenbühl – bezahlt werden. Hinzu komme die Gewerbesteuer in Höhe von 1,4 Millionen Euro. „Es sieht alles danach aus“, warf Gubernator ein, „dass sich der wirtschaftliche Erfolg einstellt.“ Fast drei Millionen Kilowattstunden seien seit Januar bereits in den fünf 206 Meter hohen Anlagen erzeugt worden.

Fossiles Zeitalter ist beendet

Beeindruckend, nachhaltig und innovativ beschrieb Till Meßmer vom Vorstand der Volksbank Kur- und Rheinpfalz den Windpark. Gerne habe seine Bank unter Einbindung der genossenschaftlichen Zentralbanken die notwendige Fachexpertise zur Verfügung gestellt. Rund 500 Bürger hätten vom aufgelegten Sparbrief profitiert, der mit einem Zeichnungsvolumen von drei Millionen Euro in nur drei Monaten vergriffen gewesen sei. Für den Vorsitzenden der EnergieAgentur Speyer-Neustadt/Südpfalz, Hans-Joachim Ritter, war die Inbetriebnahme des Windparks Hatzenbühl ein schöner Moment. Insgesamt 39 Anlagen in der Region seien in den zurückliegenden fast 15 Jahren entstanden. „Das fossile Zeitalter ist beendet“, stellte Ritter fest.

Wie eine Windkraftanlage funktioniert und wie der Strom zu den Bürgern kommt, ließen sich alle gerne bei Führungen erklären, die fachlich sowohl von Stadtwerke-Mitarbeitern als auch von Vertretern der Firma WEAG begleitet wurden. „Wir können Ihnen die partnerschaftliche Zusammenarbeit auch in Zukunft zusichern“, gab Wolfgang Bühring den Hatzenbühler Repräsentanten mit auf den Weg.

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