Fernwärme aus Mannheim

(vom 23.12.2008)
SWS-Aufsichtsrat trifft Entscheidung - Versorgung ab 2010

Der Aufsichtsrat der Stadtwerke Speyer GmbH entschied in seiner Sitzung am 16. Dezember 2008 mehrheitlich, dass die Speyerer Fernwärme zukünftig vom Großkraftwerk Mannheim kommen soll. „Seit über 10 Jahren denken wir über eine Ersatzlösung für das Heizkraftwerk in der Butenschönstraße nach", informiert Werner Schineller, Aufsichtsratvorsitzender der SWS. Unabhängige Gutachter sowie eigene Fachleute hätten zahlreiche fundierte Berechnungen angestellt, die ausführlich diskutiert worden seien. „Jetzt galt es schließlich eine Entscheidung zu treffen, und wir haben für die wirtschaftlichste und ökologisch sinnvollste Lösung gestimmt", so Schineller.

Neben dieser Variante stand eine dezentrale BHKW-Lösung zur Alternative, die eine Weiternutzung der Dampfkessel im alten Heizkraftwerk und eine zusätzliche Installation von zwei Blockheizkraftwerken vorsah. „Weitere Lösungsansätze zur Wärmeerzeugung wie Geothermie, Biogas auf Basis von Abfällen und nachwachsenden Rohstoffen, ein Holzhackschnitzelkraftwerk und Pyrolyseverfahren haben wir in den letzten Jahren einer kritischen Prüfung unterzogen", betont Wolfgang Bühring, Geschäftsführer der Stadtwerke Speyer GmbH. Viele Gespräche und Vor-Ort-Termine seien initiiert und schließlich Gutachten eingeholt worden. Da eine sichere Bereitstellung von Fernwärme aber nicht gewährleistet werden konnte, wurden nur die beiden Varianten „Fernwärmeleitung aus Mannheim (MVV)" und „Dezentrale BHKW-Lösung auf Erdgasbasis" dem Aufsichtsrat zur Beschlussfassung vorgelegt.

„Die MVV-Lösung bietet im Vergleich zur BHKW-Lösung auf Erdgasbasis die Chance, dauerhaft ein besseres wirtschaftliches Ergebnis zu erzielen, erklärt Bühring. Auch Klimaschutzgründe würden klar für die Fernwärme aus Mannheim sprechen. Wärme, die dort durch den Einsatz der hocheffizienten Kraft-Wärme-Kopplung, also der gleichzeitigen Produktion von Strom und Wärme, schon jetzt in den vorhandenen Kohleblöcken erzeugt wird, könne nicht vollständig abgesetzt werden. „Durch die Fernwärmeleitung nach Speyer besteht ab 2010 die Möglichkeit, die Wärme einer sinnvollen Nutzung zuzuführen und somit den CO2-Ausstoß drastisch zu reduzieren", betont Bühring. Das Fernwärmeprojekt MVV mache zudem eine Anbindung der Gemeinden Brühl und Ketsch möglich, was eine weitere CO2-Einsparung zur Folge habe.

Forschungsstudien und jahrzehntelange Erfahrungen zeigten, dass durch die Leitungsverlegung und der damit verbundenen geringen Wärmeabstrahlung keine negativen Einflüsse auf Flora und Fauna bekannt seien, so Bühring. „Nur 600 Meter der Leitung sollen in Speyer außerhalb der Wohnbebauung in Wirtschaftswegen und sechs Kilometer der restlichen Trasse im städtischen Bereich verlegt werden".

Bereits in einer Studie der Metropolregion Rhein-Neckar war der konsequente Ausbau der Fernwärme in Speyer empfohlen worden. „Fernwärme ist im Vergleich zur direkten Verfeuerung von Kohle, Öl und Gas die Heizenergie, die die geringsten CO2-Emissionen verursacht", betont Schineller. Nur durch den Bau der Fernwärmeleitung könne man zukünftig auch Kunden im nördlichen Stadtgebiet anschließen, und eine größere Anzahl von Fernwärmenutzern würde sich positiv auf die Preise auswirken. Die Investition steht voll in Einklang mit der unlängst vom Speyerer Stadtrat verabschiedeten Klimaschutz- und Energieleitlinie, in der ausdrücklich die Nutzung von Wärme aus vorhandenen Kraftwerken aufgeführt ist.

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