Gemeinde Harthausen übergibt Gasnetz an Stadtwerke Speyer - Energiebeirat in Planung

(vom 09.05.2012)

Die Stadtwerke Speyer übernehmen zum 1. Januar 2013 das Gasnetz der Gemeinde Harthausen für 20 Jahre. Den Konzessionsvertrag unterzeichneten Ortsbürgermeister Harald Löffler und SWS-Geschäftsführer Wolfgang Bühring am 7. Mai in Harthausen. 

„Wir sind mit dem jetzigen Gaslieferanten, der Pfalzgas, nicht unzufrieden", sagt Löffler. Von der Zusammenarbeit mit den Stadtwerken Speyer, einem Mehrspartenunternehmen, verspreche man sich allerdings Synergien, die ein reiner Gasversorger nicht erbringen könne. Gemeinsam mit den SWS wolle man Schritt für Schritt in die Zukunft gehen und das Know-how nutzen, das der Speyerer Versorger besonders beim Einsatz regenerativer Energien und der Erschließung von Baugebieten auf Basis alternativer Konzepte vorweisen könne. Außerdem bewiesen sich die SWS seit 1994 in Römerberg schon als sehr zuverlässiger Gasnetzbetreiber.

An das ca. 20 Jahre alte Netz in Harthausen sind rund 700 Kunden angeschlossen. Dazu zählen 16,3 Kilometer Hauptleitung und 8,2 Kilometer Hausanschlussleitungen. Die Durchleitungsmenge beträgt jährlich 16,8 Gigawattstunden Erdgas. „Mit der Übernahme des Gasnetzes werden die Gasnetzkunden nicht automatisch auch Gaskunden bei den Stadtwerken Speyer", informiert Bühring. Die Netzkunden seien weiter frei in der Wahl ihres Energieversorgers. Es läge an jedem Einzelnen, für welchen Lieferanten er sich entscheide. Bereits vor der Netzübernahme konnten die SWS in Harthausen Neukunden gewinnen.

Auch hatte die Gemeinde Harthausen bei der Ausschreibung der Konzessionen den Wunsch geäußert, eine Plattform für einen gegenseitigen Austausch in versorgungstechnischer und wirtschaftlicher Hinsicht zu schaffen. Diese Idee griffen die Stadtwerke Speyer auf und wollen - vorbehaltlich der Zustimmung des Aufsichtsrats - einen Energiebeitrat gründen. „Wir möchten uns in die Politik einbinden und uns lenken lassen", sagt Bühring. Energieversorger seien Werkzeuge der Städte und Gemeinden und keine losgelösten Unternehmen. In das neue Gremium sollen alle in der Ver- und Entsorgung befindlichen Partnergemeinden der SWS sowie neu hinzukommende Gemeinden aufgenommen werden. „Zusammen möchten wir durch ein kooperatives und kollegiales Miteinander die Lebensqualität in der Region weiter verbessern und Umweltprojekte - wie z. B. die Errichtung eines vierten Windrades zwischen Römerberg und Dudenhofen - gemeinsam stemmen", sagt Hansjörg Eger, Oberbürgermeister der Stadt Speyer. Ganz wichtig sei es dabei auch, die Bürger der Stadt Speyer sowie der Nachbargemeinden mit einzubeziehen. Denn die Energiewende sei nur gemeinsam zu schaffen. Noch 2012 soll sich der Beitrat - bestehend aus Mitgliedern des SWS-Aufsichtsrats und Vertretern der Gemeinden - konstituieren.

2014 werden die Stromkonzessionen in Harthausen neu ausgeschrieben. „Wir werden uns um weitere Konzessionen im Speyerer Umland bewerben" sagt Bühring. Für die Vergabe gebe es aber keinen Automatismus. Jede Netzübernahme müsse separat geprüft werden und wirtschaftlich darstellbar sein.

Konzessiosnvertragsübergabe

(v. l. stehend) Hermann Konrad, Werkleiter der Verbandsgemeinde Dudenhofen, Peter Eberhard, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Dudenhofen, Klaus Bachmeier, Beigeordneter der Ortsgemeinde Harthausen, Hansjörg Eger, Oberbürgermeister der Stadt Speyer.

(v. l. sitzend): Harald Löffler, Bürgermeister der Ortsgemeinde Harthausen, Wolfgang Bühring, Geschäftsführer der Stadtwerke Speyer GmbH

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