Ministerin nimmt neue Erdgastankstelle in Betrieb

(vom 17.07.2015)

Eröffnung
Die rheinland-pfälzische Wirtschaftsministerin Eveline Lemke (Mitte) eröffnet die neue Erdgastankstelle der Stadtwerke Speyer. Weiter im Bild: Speyers Oberbürgermeister Hansjörg Eger (rechts), SWS-Geschäftsführer Wolfgang Bühring (2. v. l.) sowie Vertreter der Daimler AG und Commercial Vehicle Cluster - Nutzfahrzeug GmbH.

Ein deutliches Zeichen der anhaltenden Unterstützung der Klima- und Nachhaltigkeitsstrategie in der Stadt haben die Stadtwerke Speyer (SWS) mit der Aufrüstung ihrer Erdgastankstelle in der Georg-Peter-Süß-Straße gesetzt. 400.000 Euro wurden in die Anlaufstelle investiert, die am 17. Juli 2015 von der rheinland-pfälzischen Wirtschaftsministerin Eveline Lemke in Betrieb genommen wurde. Die bezeichnete die Einrichtung als „Quantensprung in der CO2-Einsparung“.

„Mit Speyer wurde ein Vorbild-Ort geschaffen“, lobte Lemke den Einsatz um ein erweitertes Angebot für den Kraftstoff aus natürlichen Ressourcen. Eingebettet war der offizielle Besuch in die Abschlussveranstaltung des CVC-Leitprojekts unter dem Motto „Kommunaler Klimaschutz – Potenziale für die Reduktion des CO2-Ausstoßes im Abfallsammelbetrieb und im regionalen Verteilerverkehr“.

2,8 Millionen Kilowattstunden pro Jahr abgezapft

Innerhalb von drei Wochen sei die neue Tankstelle geschaffen worden, umgreifende Tiefbau- und Betonarbeiten seien dafür notwendig gewesen, zeigte der Geschäftsführer der SWS, Wolfgang Bühring, auf. Die Entscheidung für die Aufrüstung sei aufgrund der erreichten Kapazitätsgrenze des Vorgängermodells gefallen. „Der Aufsichtsrat hat unser Bestreben unterstützt“, dankte Bühring dem Gremium, das die Umsetzung durch seine Zustimmung ermöglichte.

2,8 Millionen Kilowattstunden seien durchschnittlich pro Jahr bisher „abgezapft“ worden in der Georg-Peter-Süß-Straße. Das entspricht einem Verbrauch von 140 Einfamilienhäusern. Ausgeweitet werden kann das Volumen dank zwei Erdgas-Säulen, was bedeutet, dass die Tankstelle nun auch von LKWs angesteuert werden kann. „Die Leistungsfähigkeit wurde verdreifacht“, hob Bühring hervor. Eine Autogassäule ist wie bislang vorhanden. „Hier wird modellhaft aufgezeigt, wie es möglich sein kann, Gas als Kraftstoff stärker in den Mittelpunkt zu rücken“, stellte Lemke heraus und ergänzte: „Ich bin mir sicher, dass die Stadtwerke gemeinsam mit ihren Partnern die Sache weiter entwickeln werden.“ Darin schloss die Ministerin alle am Projekt CVC (Commercial Vehicle Cluster Südwest) Beteiligten ein.

Betankungsdauer deutlich reduziert

Durch die Umrüstung der Erdgastankstelle ist es nun möglich, 20 statt wie bisher acht Pkws hintereinander zu betanken. Außerdem wurde die Betankungsdauer deutlich reduziert, von vier bis fünf auf zwei bis drei Minuten. Ein Müllfahrzeug der SWS kann binnen sechs bis acht Minuten statt zehn bis 15 Minuten befüllt werden.

Bereits im Jahr 1999 übernahmen die SWS eine Vorreiterrolle mit der Einführung des ersten erdgasbetriebenen Fahrzeugs. 2004 folgte das erste Müllauto, das den alternativen Kraftstoff nutzte. Mittlerweile werden mehr als 30 Fahrzeuge aus dem Fuhrpark der SWS mit Erdgas betrieben.

Viel Potenzial stecke hinter der Entwicklung, stellte Lemke fest und wies auf die geglückte Lösungsmöglichkeit hin, die Feinstaubbelastung in den Städten zu verringern. Die SWS hoffen nun auf den verstärkten Einsatz von Erdgas im regionalen Verteilerverkehr, so dass sich die Investition in die neue Tankstelle mittelfristig auch rechnet.

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