NEDO und Partner gehen in gemeinsame Praxisphase

(vom 23.07.2015)

Vertragsunterzeichnung
Auf gute Zusammenarbeit: (v. l) NEDO-Geschäftsführer Dr. Hiroshi Kuniyoshi, OB Hansjörg Eger und SWS-Geschäftsführer Wolfgang Bühring


Nach der theoretischen Testphase soll nun die praktische Umsetzung des Vorhabens „Lokale Energie-Produktion für den lokalen Verbrauch“ folgen. Am 23. Juli unterzeichneten dazu Vertreter der Kooperationspartner „NEDO“ (New Energy and Industrial Technology Develop-ment Organization), Stadt und Stadtwerke Speyer (SWS) eine Absichtserklärung im Ältestenratszimmer des Historischen Rathauses. Gemeinsam mit der Gemeinnützigen Wohnungsbau- und Siedlungs-GmbH (GEWO) stellen die SWS die logistischen Komponenten für das Modellprojekt der japanischen Organisation zur Verfügung.

20 Millionen Euro investiert „NEDO“, die sich seit der Gründung 1980 den Status der größten öffentlichen Einrichtung im Bereich des Forschungs- und Entwicklungsmanagements in Japan erarbeitet hat, in das dreijährige Prüfungsprojekt. Die bauliche Umsetzung soll, so die Auskunft von Mathias Reinhart, im Frühjahr 2016 beginnen. Reinhart hat die Machbarkeitsstudie seitens der Stadtwerke seit deren Auftakt im Mai 2014 begleitet und war in Zusammenarbeit mit der städtischen Klimaschutzbeauftragten Fabienne Mittmann sowie den Geschäftsführern der SWS und der GEWO – Wolfgang Bühring und Alfred Böhmer – permanenter Ansprechpartner.

Zwei Objekte, zwei Versorgungsvarianten

Sowohl im Rainer-Maria-Rilke-Weg als auch im Ginsterweg stellt die GEWO nach Absprache mit den jeweiligen Mietern Gebäude zu Forschungszwecken zur Verfügung. „Im ersten Fall handelt es sich um ein Gebäude mit 16 Parteien, in das eine zentrale Batteriespeicherlösung und eine Fotovoltaikanlage eingebaut werden. Im komplett sanierten zweiten Objekt soll eine Parzellierung in eine 16-teilige Stromverteileranlage vorgenommen werden“, erklärte Reinhart die konkreten Inhalte des Modellprojekts. Im direkten Vergleich soll sich nach dem Probezeitraum herauskristallisiert haben, welche Lösung die energieeffizienteste ist. „Im Wesentlichen ist die Technologie ähnlich. Lediglich die Konstellation ist anders“, so Reinhart.

Frühzeitig über Zukunft nachdenken

Von japanischer Spitzentechnologie sprach Bühring in dem Zusammenhang und zeigte sich dankbar, dass Speyer als erste Stadt in Deutschland überhaupt als Partner von „NEDO“ ausgewählt wurde. „Ich denke, als mittelständisches Unternehmen müssen wir frühzeitig darüber nachdenken, wie die Energieversorgung in Zukunft aussieht“, machte Bühring deutlich. An dem so genannten „Smart Community Demonstrationsprojekt“ könne nicht nur die Stadt, sondern ganz Deutschland bei der Entwicklung neuer Strategien partizipieren. Wichtig war Bühring der Verweis darauf, dass die Forschungsarbeit nicht für Luxusobjekte, sondern für den Massenmarkt dienen soll. „Daraus soll sich eine für uns entsprechend optimale Systemtechnik herauskristallisieren, die eine dauerhafte, preiswerte und sichere Versorgung gewährleistet“, führte der SWS-Geschäftsführer aus.

Lokales Denken für globale Vernetzung

Oberbürgermeister Hansjörg Eger äußerte dazu: „Bei der Smart Community geht es um eine weitere wichtige Facette menschlichen Lebens, nämlich um den Wohnraum.“ Wichtig sei es daher Erfahrungen zu sammeln, um noch effizientere Möglichkeiten zur Energieersparnis zu finden. 2008 bereits hat die Stadt eine Energieleitlinie auf den Weg gebracht, 2010 das Klimaschutzprogramm verabschiedet. Energie zu sparen und gleichzeitig die Lebensqualität der Bewohner zu individualisieren und zu verbessern sei erklärte Absicht des Projekts, so Eger. Er verdeutlichte die Notwendigkeit des lokalen Denkens, um global vernetzt werden zu können.

Für NEDO-Geschäftsführer Dr. Hiroshi Kuniyoshi, der die Absichtserklärung gestern gemeinsam mit Eger und Bühring unterzeichnete, ist Deutschland Vorreiter im Bereich der Erneuerbaren Energien. Gut beraten fühlte er sich mit den SWS als Partner für das Projekt in Speyer. Dieses sollte sich nach dem Abschluss, so die Einschätzung Kuniyoshis, „als Speyer-Modell in anderen Städten vertreiben lassen“. Die notwendigen Anlagen gehen nach der Projektphase in den Besitz der SWS über und werden von dem Energieversorger weiter betrieben.

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