Purrmann-Schüler im Umspannwerk Speyer-Süd

(vom 26.01.2015)

An einer Führung durch das Umspannwerk Speyer-Süd nahmen letzte Woche die Schüler der Klasse 6 d des Hans-Purrmann-Gymnasiums teil. Adalbert Kreiser von den Stadtwerken Speyer (SWS) erklärte Interessantes rund um das Thema Stromversorgung. Begleitet wurden die Sechstklässler von ihrer Lehrerin für Naturwissenschaften, Sylvia Kniffler.

Schaltschrank
Vorm geöffneten Schaltschrank: Adalbert Kreiser (SWS) erklärt, wie ein 20 kV-Kabel stromfrei geschaltet wird.

Die Führung mit Adalbert Kreiser, Teamleiter der Elektrizitätsversorgung bei den SWS, beginnt im Außenbereich. Im Hintergrund sind eine Reihe Hochspannungsmasten zu erkennen. Die Kabel führen von dort direkt ins Umspannwerk. 110 000 Volt würden so an die großen Transformatoren herangeführt. Hier werde auf 20.000 Volt reduziert und damit die Stromstärke erhöht, so Kreiser. Sylvia Kniffler wirft die Frage ein, ob die Schüler noch aus dem Unterricht wüssten, wie hoch denn die Spannung an normalen Steckdosen sei. Sie löst zusammen mit Kreiser auf: 230 Volt kommen in den Haushalten an. Der Unterschied wird deutlich.

Den Transport von Energie im Stadtgebiet würden hauptsächlich unterirdische Kabel übernehmen. Nur bis zu den Transformatoren blieben die Kabel sichtbar. 500 Kilometer Niederspannungskabel befänden sich – nach Angaben von Kreiser – unter der Stadt Speyer, was bei den Schülern für Erstaunen sorgt. Kreiser erläutert den Schülern ein Grundprinzip der Stromversorgung: Es müsse immer mehr Energie produziert werden, als verbraucht werde, da bei der Erzeugung selbst und beim Transport über die Kabel Energie verloren gehe.

Die Stadtwerke kümmerten sich unter anderem um die Erneuerung von Kabeln sowie um die Errichtung neuer Trafostationen. Das sei im Moment am neu gebauten Daimler-Logistikzentrum nötig. Auch Beschädigungen gebe es immer wieder und sie kämen zumeist durch Baggerarbeiten zustande, bei denen die Kabel versehentlich „erwischt“ würden. Das mache Reparaturen notwendig. Wenn ein Kabel außer Betrieb genommen werden müsse, verteilt man die Transportaufgabe auf andere Kabel. „Wir wollen, dass in Speyer keiner etwas davon bemerkt“, so Kreiser.

Es stünden nicht nur mehr Kabel zur Verfügung, als man brauche: Auch bei den Transformatoren habe man eine sehr gute Kapazität. Neben den zwei Transformatoren in Speyer-Süd gebe es noch einen weiteren im Umspannwerk Speyer-West. Zur ausreichenden Versorgung würden jedoch nur zwei der drei Geräte in Speyer benötigt. Auch an den Transformatoren könne man demnach problemlos Reparaturen vornehmen. „Die Anlagen werden so gebaut, dass bei einem Ausfall die Verfügbarkeit weiterhin gegeben ist“, versichert Adalbert Kreiser.

Anschließend geht es in das Schalthaus. Dort gibt es einiges zu zeigen und zu erklären. Am Computer sieht man eine Übersicht über die Aktivität aller Schaltschränke im Raum.

Den Schülern wird dann das Schalten demonstriert. Doch zuvor muss Kreiser Rücksprache mit der Leitstelle, die alle Vorgänge beobachtet, halten. Mit dem Telefon am Ohr halten alle ein paar Sekunden inne, bevor nach der Zustimmung der Leitstelle das Testschalten gestartet werden kann. Am Computer schaltet er eines der Kabel aus und ein Knallgeräusch folgt. „Das Geräusch entsteht durch den schnellen Impuls beim Schalten, der verhindert, dass der Stromfluss unterbrochen wird“, so Kreiser. Ein zweites, deutlich lauteres Knallgeräusch wird im Anschluss durch Bedienen des Leistungsschalters erzeugt. Es wurde durch vorherige Geräusche angekündigt, die die Schüler animierten vom Computer, von dem aus das Schalten gesteuert wurde, zur Geräuschquelle zu rennen, um hautnah dabei zu sein.

„Was passiert bei einem Stromausfall? “, fragt eine der Schülerinnen am Ende der Führung. Man müsse dann zunächst genauer klären, was ausgefallen sei und im Anschluss sei die Versorgung mit wenigen Handgriffen wiederherzustellen, antwortet Kreiser.

Sylvia Kniffler erzählt, dass die Schüler neben einigen bekannten Dingen viel Neues erfahren hätten. Emine Houy, eine Schülerin der Klasse 6 d sagt, dass sie die Führung „interessant“ fand. Besonders spannend sei der „laute Knall“ gewesen, als einer der Schalter bedient worden sei. Ihre Klassenkameradin Sophie Zwetow berichtet, dass sie mit dem Thema schon im Unterricht zu tun gehabt hätten. Dort hätten sie aber eher speziell Stromkreise durchgenommen.

Adalbert Kreiser weist auf die gute Erreichbarkeit des Umspannwerks hin, da es nur wenige Minuten Fußweg von der Bushaltestelle „Stadtwerke“ entfernt sei. Es sei besonders als Ziel für kleinere Schulausflüge geeignet, da Hin- und Rückfahrt für Speyerer Schulklassen in recht kurzer Zeit machbar seien.

Die SWS suchen stets gewerbliche Nachwuchskräfte, so Adalbert Kreiser. Mit solchen Führungen versuche man, junge Menschen für dieses Berufsfeld zu begeistern. Das Angebot richte sich auch an höhere Klassenstufen, deren Schüler sich bereits beruflich orientierten und außerdem mehr Hintergrundwissen besäßen.

Schülergruppen können für eine Führung im Umspannwerk angemeldet werden.

Kontakt: E-Mail.

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