Spatenstich für Windpark Speyer-Hatzenbühl gesetzt

(vom 12.09.2016)

Bürger können sich mit Sparbrief beteiligen

Spatenstich
Gemeinsam für den Klimaschutz: (v. l.) Till Meßmer (Volksbank Kur- und Rheinpfalz), Wolfgang Bühring (Stadtwerke Speyer), Hansjörg Eger (Stadt Speyer), Uwe Schwind (Verbandsgemeinde Jockgrim), Karlheinz Henigin (Gemeinde Hatzenbühl), Dietmar Seefeldt (Kreis Germersheim), Lutz Gubernator (WEAG), Rudolf Müller (Volksbank Kur- und Rheinpfalz)

Ein langer Vorbereitungsprozess ist mit einem Spatenstich nördlich der Gemeinde Hatzenbühl zu Ende gegangen. Fast vier Jahre hat es gedauert, bis die Stadtwerke Speyer (SWS) mit ihrem Partnerunternehmen WEAG Future Energies AG erstmals in die Umsetzungsphase mit einer Kommune zur Errichtung eines Windparks starten konnten. Die politisch Verantwortlichen aller Städte und Gemeinden sowie Banken und Baufirmen kamen zum Startschuss des offiziellen Baubeginns am 9. September zusammen. Mitte 2017 sollen fünf Windräder in Betrieb gehen.

Das erste große Projekt, das WEAG gemeinsam mit den SWS verwirklicht, ist der Windpark Speyer-Hatzenbühl. Positiv äußerte sich Lutz Gubernator vom Vorstand des Unternehmens schon jetzt über die Zusammenarbeit während der zu leistenden Vorarbeiten. Dass für die Stadtwerke bei diesem Projekt der Klimaschutz und nicht finanzielle Gründe im Vordergrund stehen, machte Geschäftsführer Wolfgang Bühring deutlich. Er betonte: „Wir wollen eine direkte Verbindung zwischen dem grünen Strom und den Bürgern herstellen.“

Gelingen soll das unter anderem durch einen Sparbrief, durch den sich alle Bürger am Windpark beteiligen können. Angeboten wird dieser von der Volksbank Kur- und Rheinpfalz, die einen Teil des notwendigen Kredits für das Bauvorhaben gewährt hat und diesen durch die Sparbriefe refinanziert. Durch eine Festverzinsung sollen die Bürger persönlich am neuen Windpark partizipieren, erklärte Till Meßmer vom Vorstand der Bank und unterstrich: „Wir freuen uns, dass wir eine frische Brise an Interessierte weitergeben können.“ In allen Geschäftsstellen der Volksbank Kur- und Rheinpfalz sei der Sparbrief ab dem 12. September verfügbar.

Die fünf Windenergieanlagen, die in dem Park entstehen, sollen jährlich mit einer 15-Megawatt-Leistung gut 30 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugen, der in das öffentliche Netz eingespeist wird. Das entspricht einem Bedarf von 8.600 Einfamilienhäusern pro Jahr. „Es ist eine positive Geschichte, dass der Strom dort erzeugt wird, wo er verbraucht wird“, sagte Hatzenbühls Bürgermeister Karlheinz Henigin, der auf die Einsparung von 16.900 Tonnen Kohlendioxid durch das Projekt hinwies. Froh äußerte er sich über die SWS als bodenständigen Partner und über das klare Votum des Gemeinderates für den Windpark. „Wir möchten so viele Bürger mitnehmen, wie es geht", nannte Henigin ein Ziel.

Ebenso wie der Ortschef von Hatzenbühl erinnerte Uwe Schwind, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Jockgrim, an den langen theoretischen Prozess, der der praktischen Umsetzung vorausgegangen ist. Themenfelder wie Römergräber, Kabeltrassen, Richtfunk und Ausgleichsflächen für den bedrohten Kiebitz seien beackert worden. Der Kreisbeigeordnete des Landkreises Germersheim, Dietmar Seefeldt, verwies bei allen Widrigkeiten auf den bestehenden Konsens, dass die Arbeit mit erneuerbaren Energien notwendig sei. „Der Windpark ist ein wichtiger Beitrag zum Erreichen der Klimaschutzziele", betonte er.

Darauf wies auch der Speyerer Oberbürgermeister Hansjörg Eger hin. Dass für den Windpark ein Areal außerhalb seiner Stadt gefunden werden musste, sei dem Problem geschuldet, selbst vor Ort zu wenig Windflächen zu haben. „Ich freue mich, dass wir das Projekt dennoch in unmittelbarer Umgebung, mit einem Geldgeber aus Speyer, umsetzen können", hob er hervor. Die Windräder des Typs Enercon E115 werden eine Nabenhöhe von 149 Metern aufweisen bei einem Rotordurchmesser von 115 Metern.

Die Zusammenarbeit zwischen den Stadtwerken Speyer und WEAG läuft bereits seit dem Jahr 2009 erfolgreich. Vier Windenergieanlagen sind seither in Kirf, im Kreis Trier-Saarburg, in Betrieb gegangen.

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